Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending

Allgemein

Geld sollte nicht das Wichtigste im Leben sein, es ist aber schön, wenn man es hat. Mir macht es jedenfalls Spaß, mein Geld beim Wachsen zu beobachten, was es leider nicht immer tut. Wenn man sich bestimmte Ziele setzt und diese dann auch nach einer gewissen Zeit erreichen kann, ist das Glücksgefühl umso schöner. Man sollte nur nicht zu spät damit beginnen. Ich schreibe dies hier, um Anregungen für Investitionen auch mit kleinem Geldbeutel zu geben, denn man sollte nicht an falscher Stelle sparen. Dies ist also kein Ratgeber zur finanziellen Freiheit (am Besten noch mit 30 Jahren), allerdings können die erwirtschafteten Zinsen durchaus zu einem besseren Lebensstandard führen, wenngleich auch Risiko dabei ist (dazu weiter unten mehr).

Warnhinweis

Bei allen genannten Plattformen kann es zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Es nützt somit niemanden, auf vergleichsweise hohe Renditen zu spekulieren, wenn dann schlußendlich das Ersparte auf einmal weg ist. Entsprechende Maßnahmen, dem entgegen zu wirken, sollte man also ergreifen, wenn man auf das Geld nicht verzichten kann, darauf werde ich zum Ende des Artikels eingehen. Im Vergleich zu anderen bin ich auch ein Laie im Geschäft, wer also vorwiegend Renditen im zweistelligen Bereich sucht ist hier an der falschen Stelle, wenngleich ich dem einen eigenen Absatz widmen werde. Wer zu faul zum Lesen ist sollte von dem Thema ebenfalls die Finger lassen. Viele Seiten beschäftigen sich damit und es gibt unzählige hilfreiche Artikel, von denen ich einige unten aufführe, da ich selbst eine Komplettübersicht vermisst habe und bei meiner Recherche auf viele Fragen stieß. Ich schreibe dies hier auch, um Anregungen für Investitionen mit kleinem Geldbeutel zu geben, denn man sollte nicht an falscher Stelle sparen. Dies ist also kein Ratgeber zur finanziellen Freiheit (am Besten noch mit 30 Jahren), allerdings können die erwirtschafteten Zinsen durchaus zu einem besseren Lebensstandard führen, wenngleich auch Risiko dabei ist. Wer dieses scheut sollte eher auf klassische Modelle zurückgreifen.

Begrifflichkeiten

Unter Crowdfunding versteht man die Finanzierung eines Projektes, wobei man normalerweise eine nicht-finanzielle Gegenleistung erhält, z.B. das fertige Produkt. Beim Crowdinvesting erhält man einen festen oder variablen Zinssatz, üblicherweise ist hierbei eine Bonuszahlung, gemessen am Projekterfolg, enthalten. Beim Crowdlending fällt diese Bonuszahlung weg (abgesehen vom Bonuszins für Frühanleger) und man erhält einen festen Zinssatz über eine feste Laufzeit. Mitunter werden die Begriffe aber vermischt, so dass man im Allgemeinen nur vom Crowdfunding in dem Sinne spricht, dass eine große Gemeinschaft ein einzelnes Projekt finanziert. Mehr zur Definition & Erklärung und zu den < href="https://www.der-bank-blog.de/crowdfinanzierungen-deutschland-usa-2/firmenkunden/32031/" target="_blank">vier Formen der Crowdfinanzierung.

P2P - Teil 1

Früher war alles kein Problem. Für Fest- und Tagesgeldkonten gab es gute Zinsen zu verdienen und man konnte sein Geld bei der hiesigen Bank arbeiten lassen. Im Zuge der darauf folgenden Niedrigzinsphase habe ich bereits vor ein paar Jahren damit begonnen, Privatkredite (P2P - Person-to-Person) zu vergeben, wobei ich hier auch dem Trend schon hinterherlief. Ich bin also keiner der Pioniere, aber es gab ja auch keinen Grund, mich woanders umzuschauen. Als Plattformen kamen anno 2010 eigentlich nur Auxmoney und Smava in Frage. Großer Vorteil an Smava lag für mich im Poolausgleich. Jeder Kreditgeber zahlt hierbei anteilig in einen Pool ein, bei hoher Bonität wenig, bei niedriger Bonität umso mehr. Bei Kreditausfällen kommt es dann nicht zum Totalverlust, man profitiert dann vom sogeannten Poolausgleich (wobei jede Bonitätsklasse auf ihren eigenen Pool zurückgreift), was zumindest den Verlust etwas mindert. Automatische Gebotsassistenten, bei denen man auch Ausschlusskriterien (z.B. keine Kredite an Selbständige, unter Altersspannen lässt sich ebenfalls auswählen) angeben kann, erleichtern einem die Arbeit. Zu beachten ist hierbei, dass man erst Geld auf ein separates Konto einzahlen muss und erst dann die Gebotsabgabe (auch die automatische) möglich ist. Von 49 finanzierten Projekten sind bei mir drei ausgefallen, was einer Quote von 6,12% entspricht. Durch den Poolausgleich habe ich auch bei diesen in der Summe keinen Verlust erlitten. Profitierte die Plattform anfangs noch von hohen Zinsen sind diese mittlerweile auf ein Niveau gesunken, das kaum noch reizt, maximal 3-4% sind hier noch zu holen. Als Beispiel meine Zinszahlungsentwicklung seit meinem Investment bei Smava, die durch Ausfälle im Jahre 2014 sogar leicht negativ war, danach jedoch wieder ausgeglichen wurde. Die Summe habe ich bewusst nicht in absoluten Zahlen, sondern in Prozentwerten angegeben, wobei der Richtwert immer der vorherige Monat ist, damit man direkt die Zinsentwicklung im Vergleich zum Vormonat vor Augen hat. Ziel ist es, 2018 den Stand von 2011 zu erreichen.

Investmententwicklung

Firmen (Mittelstand)

Nachdem die Erträge also immer weniger wurden, begann ich den Markt zu sondieren. Mit Kapilendo entdeckte ich eine Plattform, auf der mein Lieblingsverein Hertha BSC auf der Suche nach finanzieller Unterstützung war. Bei der ersten Runde, die schon nach Minuten beendet war, fehlte mir jedoch das notwendige Kapital, da dies noch woanders gebunden war. Bei der zweiten Runde ein paar Monate später, kam ich beim ersten Anlauf, obwohl dieser nur für Mitglieder reserviert war, erneut zu spät (wieder war das Projekt nach wenigen Minuten finanziert), doch beim zweiten Anlauf konnte ich mein Gebot platzieren. Hier ist das Investment relativ sicher, da ich nicht davon ausgehe, dass mein Verein in nächster Zeit pleite gehen wird. Anders sieht es natürlich mit Firmen aus, die auf der Plattform nach Kreditgebern suchen. Hier orientiere ich mich am Rating, wobei ich ausschließlich in Firmen mit Bonität AA, A oder B investiere, was das Ausfallrisiko zumindest theoretisch etwas eindämmt.

Bei Seedmatch werben ebenfalls Firmen, aber auch Startup-Unternehmen, um zu investierendes Kapital. Bei Startups ist mir das Risiko jedoch zu hoch, da dort die Ausfallquote nicht zu unterschätzen ist, laut einem Bericht scheitern 9 von 10 dieser Firmen und das ist eine erschreckend hohe Zahl. Da mag die Idee noch so gut sein, wenn dann jedoch der erhoffte Partner abspringt ist es damit schnell vorbei. Auch wenn man die Idee persönlich gut findet heißt es nicht, dass sich diese auch durchsetzt und Kapital schlagen wird. Deshalb setze ich nur auf etablierte Firmen, die schon einige Jahre existieren und nach Möglichkeit Gewinn erwirtschaften. Ja, auch da gibt es Ausfälle, deshalb habe ich zumindest auf Seedmatch auch nur in ein einziges Projekt investiert, dessen Branche ich als zukunftssicher ansehe. Ein Risiko besteht dennoch. Folgende Plattformen kommen für mich zur Zeit in Frage:

Aber auch da sollte man Zahlungsschwierigkeiten mit einplanen. Daneben gibt es noch unzählige andere ohne Rating, vorwiegend für Startups bzw. kleinere Unternehmen. Diese bieten teilweise auch hohe Zinssätze mit Bonuszahlungen an, doch das Risiko ist für mich da nicht einzuschätzen. Mit Innovestment ging auch bereits die erste Crowdfunding-PLattform in Insolvenz. Ein weiteres Feld bieten noch die alternativen Energien (vorwiegend Solartechnik), zum Teil in Afrika. Aufgrund einer Krise in dieser Branche mit zuletzt einigen Insolvenzen sowie dem schwankenden Wechselkurs sehe ich davon jedoch ab (abgesehen vom fehldenden Rating). Ein paar Lehren sollte man hierbei ohnehin befolgen.

Zwischenstand

Bei Seedmatch sind durchschnittlich zwei bis vier Projekte am Start, die in der Regel zwei bis drei Monate laufen. Die erste Zinszahlung sollte Ende 2017 eintreffen, verschiebt sich nun jedoch auf Anfang 2018. Kapilendo bietet pro Woche durchschnittlich ein bis drei Projekte an, teilweise jedoch mit so geringen Summen, dass man um Punkt 18:30 Uhr sein Gebot abgeben muss. Ausnahme sind die Finanzierungsprojekte (in der Regel für Startups) ohne Rating für eine größere Investitionssumme, dort hat man immer ein paar Tage Zeit, um mit einzusteigen. Mittlerweile sind auch die ersten Zinszahlungen auf meinem Konto eingetroffen, welche allesamt pünktlich waren.

Immobilien

Die Werbung für Immobilienprojekte war mir schon seit längerer Zeit aufgefallen, doch fällt es hierbei schwer, die seriösen von den unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Ich wühlte mich also durch Testberichte, legte mir jedoch eine zusätzliche Beschränkung auf: Der Anbieter muss ein eigenes Rating zum jeweiligen Projekt mit angeben. Natürlich gibt auch das keine 100%ige Sicherheit, schafft aber dennoch, zumindest für mich, ein halbwegs beruhigendes Gefühl. Ansonsten müsste man sich halt allein auf die Projektbeschreibung verlassen und müsste größtenteils auf sein Bauchgefühl vertrauen, wenngleich nahezu jeder Anbieter die Angaben sorgfältig prüft und nicht jede Finanzierung zulässt, schließlich wäre dies auch schädlich für den Ruf. Schlechter als B dürfen bei mir keine Projekte eingestuft sein. Bis auf eine Ausnahme ohne eigenes Rating setze ich auf folgende Plattformen:

Deutschland (mit Rating): Wien (mit Rating): Deutschland (mit Eigenimmobilie als Sicherheit):

Allerdings setzen die meisten Anbieter auf Nachrangdarlehen, das heißt, dass im Bedarfsfall erst alle anderen Gläubiger bedient werden und zum Schluss die Crowd zum Zuge kommt. Mit einem Zinsland-Projekt gab es im September 2017 den ersten Ausfall bei Immobilien, dies blieb bisher jedoch der einzige. Sowieso gibt es Licht und (lange) Schatten beim Immobilien-Crowdinvesting, deshalb bangt das Immobilien-Crowdinvesting auch um seinen Ruf.

Übersicht aktueller Crowdfunding-Projekte: Monatliche Übersicht: Crowdinvesting in Deutschland: Aktuell erfasstes Volumen:

Zwischenstand

Bei Exporo gab es in der Vergangenheit immer wieder neue Projekte, meistens ein neues pro Woche. Diejenigen mit kurzer Laufzeit und hoher Rendite waren dann unter Umständen schon nach wenigen Tagen finanziert, andere hingegen benötigen dafür einige Wochen trotz gutem Rating. Da die Zinsen schon nach Zahlungseingang gezahlt werden ist das jedoch zu vernachlässigen. Derzeit herrscht jedoch ein wenig Flaute, wobei als Innovation eine Beteiligung in ein Mietobjekt erworben werden kann. Bei Rendity und ifunded gibt es hingegen in der Regel nur ein offenes Projekt, wobei diese auch mehrere Wochen benötigen, um vollständig finanziert zu sein und der durchschnittliche Zinssatz bei ifunded im unteren Bereich liegt. Engel & Völkers (EV-Capital) ist noch relativ neu, so dass dort erst zwei erfolgreiche Projekt mit einigen Wochen Abstand zustande kamen. Die Zinsen wurden bis jetzt zeitnah gezahlt.

P2P - Teil 2

Und nun schließt sich wieder der Kreis. Anfangs erklärte ich noch, dass man bei mir Renditen im zweistelligen Bereich nicht suchen braucht. Doch diese erhält man aktuell tatsächlich und es handelt sich dabei noch nicht einmal um dubiose Anbieter (zumindest meiner Ansicht nach). Auf deutschen Seiten wird man jedoch nicht fündig (es sei denn man spekuliert mit schlechten Bonitätsklassen), man muss hierfür schon vordergründig ins Ausland gehen. Da ich mich auf Seiten beschränke, die auch in deutscher Sprache verfasst sind (um auch die Fachtermini auf Anhieb verstehen zu können), wird man im Baltikum fündig, so stolperte ich rein zufällig auf Bondora als erste dieser Plattformen, was bezeichnend ist, da diese wohl am Längsten auf dem Markt sind. Ansonsten sind jedoch die Briten ganz weit vorne, was es bei meiner Beschränkung auf deutschsprachige Seiten naturgemäß schwerer macht, zudem kommt hierbei noch das Währungsrisiko hinzu (vom Brexit ganz zu Schweigen). Es ist ein noch vergleichsweise junger Markt, viele der beliebteren Anbieter gingen erst 2015 oder 2016 an den Start. Die Plattformen fungieren selbst als Kreditvermittler und bedienen sich hierbei normalerweise mehrerer sogenannter Darlehenanbahner, also wiederum andere Institute, die mit den Kreditsuchenden in Kontakt treten. Sicherheit steht für mich an erster Stelle, so verleihe ich nur Geld mit einer Rückkaufgarantie, das heißt der Anbieter kommt bei einem Kreditausfall für die komplette Kreditsumme auf, teilweise sogar inklusive der ausgefallenenn Zinsen. Warum der Zinssatz dann trotzdem noch so hoch ist? Tja, das ist halt die Kehrseite daran, ma partizipiert somit am Kapitalismus in seiner reinsten Form. Das, was der Kreditnehmer zahlen muss beträgt nämlich dem Vielfachen von dem, was schlussendlich der Kreditgeber als Privatperson davon erhält, die Plattform bzw. der Darlehenanbahner greift dann den größten Teil selber ab. Ob das dem jeweiligen Moralkodex entspricht muss also jeder für sich entscheiden. Die Einzahlungen sind relativ unkompliziert für EU-Bürger, neben Euro lassen sich teilweise auch andere Währungen, sofern gewünscht, auswählen. Das Geld ist dann meistens nach zwei Tagen auf dem Konto (in beide Richtungen), allerdings erhielt ich Anrufe meiner Bank, um die Transaktion ins Ausland zu bestätigen. Ist das jetzt aber trozdem zu gut um wahr zu sein? Nein, auch hier besteht natürlich das Risiko, dass entweder die Plattform oder der Darlehenanbahner bei zu vielen Ausfällen den Forderungen nicht mehr nachkommen kann.

Bei einer Rücküberweisung des angelegten Geldes erscheint folgender Hinweis bei der Buchung im Kontoauszug: AWV-MELDEPFLICHT BEACHTEN HOTLINE BUNDESBANK - Davon sollte man sich aber nicht erschrecken lassen, das ist bei Auslandsüberweisungen üblich und nur bei einem Betrag über 12.500€ meldepflichtig.

Übersicht einzelner ausländischer P2P-Plattformen und Anmerkungen dazu (persönliche Auswahl):

Den Zweitmarkt lasse ich bewusst außen vor. Hierbei bestünde bei einigen Plattformen die Möglichkeit, Kredite vorzeitig mit oder ohne Auf- bzw. Abschlag zu verkaufen. Dies ist z.B. hilfreich, um kurzfristig für Liquidität zu sorgen, da man ja ansonsten bis Laufzeiteinde an den Kredit gebunden ist (es sei denn es kommt zu einer vorzeitigen Rückzahlung). Dies ist mir jedoch ebenso wie das manuelle Suchen nach Krediten zu zeitaufwendig, zudem reicht mir da die aktuelle Rendite vollkommen aus. Wer aber gerne nach Prozenten jagt kann sich dem gerne bedienen. Wenn man allerdings liquide werden will und das Portfolio möglichst schnell auflösen möchte, kommt man nicht drumrum.

Im Juni 2017 kam es zum ersten Ausfall eines sogenannten Darlehenanbahners, wwobei die Zahlungen mittlerweile wohl weitergehen. Zudem war schon zuvor der P2P-Lender Lending Club in Nöten und mit Trustbuddy schloss sogar seine Plattform wegen Geldveruntreuung. Deshalb auch eine Warnung vor dem Abenteuer P2P Kredite.

Anlagestrategien für ein volles Investment

Bezüglich des Auto-Invest gibt es noch ein paar Fallstricke zu beachten. Um bei den verschiedenen Plattformen möglichst schnell voll investiert zu sein bietet es sich an, den Auto-Invest zunächst auf einen für einen selbst noch akzeptablen Zinssatz einzustellen. Wer diversifizieren möchte sollte die maximale Summe für Investitionen nicht auf exakt 10€ stellen. Dann bleibt nämlich bei anfallenden Zinsen immer ein kleiner Restbetrag auf dem Konto. Dies mag in der Summe zwar nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, doch Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Deshalb ist hierbei anzuraten, die Summe für Investments zwischen 10€ und 15€ einzustellen, sofern dies die Plattform zulässt. Wird dann ein Kredit zurückgezahlt, wird die Summe samt den bisher angefallenen Zinsen direkt reinvestiert und der Kontostand ist wieder bei Null.

Bei Mintos lassen sich verschiedene Agenten einstellen und auch nach Priorität sortieren, auf anderen Plattformen werden diese oftmals zufällig und nach einem eigenen Algorithmus abgearbeitet. Der Zinssatz für ein volles Investment im niedrigen vierstelligen Bereich liegt bei 12%. Es gibt teilweise auch Kredite für bis zu 14%, allerdings nicht täglich und meistens auch nicht in großer Masse. Nach einem vollen Investment sollte man den AutoInvest zumindest auf 13% hochstellen, sofern man nicht hauptsächlich in kurzläufige Kredite beteiligt ist.

Bei Robocash gibt es bisher nur zwei verschiedene Darlehensanbahner, wobei der überwiegende Teil (99,9%) meiner Investititonssumme in kasachische Kredite floss. Demzufolge macht hier eine Diversifizierung wenig Sinn. Den größten Erfolg hatte ich, nachdem ich die Summe pro Kredit auf 1€ bis 100€ einstellte. So ist die Spanne zwar relativ groß, es liegt jedoch nie viel Geld uninvestiert herum.

Bei Swaper lässt sich mittlerweile auch eine Spanne eingeben, in der der Agent zuschlagen soll, zumindest, was die Obergrenze angeht. Gibt man als Betrag z.B. 100€ an, werden Kredite gesucht, in denen sich zwischen 10€ und 100€ unterbringen lassen. OK, ganz genau ist das nicht, denn Swaper fügt zu der Summe noch bis zu 10€ hinzu. Um den Zinssatz muss man sich nicht kümmern, der ist immer gleich (12%, ab 5000€ Investment über die letzten drei Monate 14%).

Bei Twino dauert es ebenfalls etwas für ein volles Investment, der anfängliche Zinssatz sollte mit 10% eingestellt werden. Bei voller Ausschöpfung des eingesetzten Kapitals ist eine Erhöhung auf 11% möglich, allerdings muss man hierbei teilweise Geduld beweisen. Da die höheren Zinssätze in der Nacht zu festen Uhrzeiten eingestellt werden, sind diese meistens schon manuell abgegriffen.

Eine Ausnahme in der Übersicht stellen Bulkestate und Estateguru dar. Hierbei wird in Immobilien, die in Firmeneigentum sind, investiert, streng genommen handelt es sich also um ein P2B-Geschäft (Person-to-Business). Zu beachten ist, dass sich bei Estateguru der Auto-Invest erst bei einer Stückelung von 500€ pro Projekt fein justieren lässt, ansonsten bleibt der Zinssatz, die Laufzeit und die Art des Darlehens außen vor. Für eine möglichst große Diversifikation empfiehlt sich also ein manuelles Investment, zumindest wird man in der Regel per E-Mail bei neuen Projekten informiert. Im November 2017 kam es zum ersten Ausfall auf der Plattform, man darf gespannt sein, wie sich dies weiterentwickelt.

Zwischenstand

Bisher habe ich in fünf dieser Plattformen mit moderaten Zinsvorstellungen investiert. Das Fazit fällt hierbei unterschiedlich aus. Während bei Mintos und Robocash der eingezahlte Betrag sofort in Kredite investiert wurde, sah dies bei Swaper und Twino schon ganz anders aus und es dauerte ein paar Tage bis zu den ersten Investments. Zwischendurch hatte ich sogar die Hälfte das Kapitals wieder abgezogen, um es anderweitig unterzubringen (denn nicht investiertes Kapital ist totes Kapital), wobei zumindest bei Twino zwischenzeitlich alles investiert wurde und ich da wieder auf die ursprüngliche Summe aufstocken konnte, die nach einiger Wartezeit ebenfalls reinvestiert werden konnte. Aber solche Flauten soll es bei diesen beiden Anbietern immer wieder mal geben. Schade ist, dass sich der Auto-Invest wie bei Robocash erst nach Einzahlung aktivieren lässt, so dass man die Plattform nach erstmaligem Zahlungseingang nochmal aufsuchen muss. Mein Investment bei Viainvest und Viventor hängt von der Steuerbescheinigung des Finanzamtes ab, ohne diese werden dort die Steuern direkt einbehalten (Formular dazu siehe weiter unten). Da mir der Aufwand, diese jedes Jahr aufs Neue zu beantragen, zu hoch erscheint und es noch genügend andere Alternativen gibt, sehe ich erstmal von diesen beiden Anbietern ab.

Mit Mintos bin ich aktuell sehr zufrieden. Zurückgeflossenes Kapital wird in der Regel sofort investiert, auch der durchschnittliche Zinssatz ist sehr gut. Robocash ist noch relativ neu am Markt, die Zinsen sind gleichbleibend hoch. Seit Anfang Oktober schwächelte die Plattform jedoch und es waren immer wieder mal keine Kredite verfügbar. Man musste schon einmal ein oder gar zwei Wochen warten, bis es wieder zu Investments kommt, wobei andere Anleger nicht so sehr betroffen waren. Mittlerweile hat sich die Situation jedoch deutlich gebesssert. Twino ist den Zinssatz betreffend nur Durchschnitt, wenn man nicht zusätzlich Zeit hineinsteckt und manuell nach Krediten Ausschau hält. Der Zinsniveau liegt unter den anderen Plattformen, dafür wurde mein Kapital auch regelmäßig reinvestiert, wenn auch manchmal mit ein bis zwei Tagen Wartezeit. Da sich die Schwierigkeiten mehrten, das komplette Geld in Kredite unterzubringen, musste ich mit meinen Vorstellungen auch wieder etwas runtergehen. Bei Swaper hatte ich anfangs die geringste Summe investiert, da es kaum ausreichend Kredite gab. Meine kleine Summe konnte erst nach über einem Monat und der Erstellung mehrerer AutoInvests vollständig in Kredite untergebracht werden und das nach Abzug der Hälfte des Kapitals. Dafür liegt der Zinssatz noch über Twino. Mittlerweile hat sich die Situation jedoch gebessert, so dass ich aufstocken konnte und mit der größeren Summe nach kurzer Zeit vollständig investiert war. Der AutoInvest wurde mittlerweile auch komplett überarbeitet. Eine durchgehende Kreditknappheit konnte ich seitdem nicht mehr beobachten.

Monatliche Übersichten:

Überblick:

Es gibt auch unzählige hilfreiche Blogbeiträge zu dem Thema, hier nur eine kleine Auswahl:

Wer umfassend zum Thema Finanzen informiert sein will, sollte einen Abstecher zum Finanzblogroll machen. Mehr zum Thema P2P in den einzelnen Blogs (persönliche Auswahl):

Ein Diskussionsforum darf natürlich auch nicht fehlen:

Steuer

Einige Anbieter verlangen einen Nachweis, dass man in Deutschland seine Steuern zahlt (gilt natürlich auch für andere Länder).

Fazit

Historisch gesehen ist der P2P-Anteil relativ hoch, da noch vergleichsweise viel Kapital in Smava gebunden ist, dort lasse ich jedoch alles auslaufen, was allerdings noch bis 2022 dauern wird. Langfristig gesehen wird der P2P-Anteil im Ausland aufgrund der zweistelligen Zinsen (durchschnittlich 10% bis 14%) weiter steigen, Immobilien sowie den Mittelstand werde ich dennoch nicht außer Acht lassen, wenngleich dort mit durchschnittlich weniger Zinsen zu rechnen ist (bis zu 6,5% bzw. 9%).

Aufteilung nach Anlageformen (in Klammern Veränderung zum Vormonat):

Anteil der Bereiche

Bei allen Plattformen bin ich nahezu wieder voll investiert. Momentan muss ich etwas mit meinem Geld haushalten. Es wird mit Sicherheit neue Plattformen geben, im Gegenzug werden andere verschwinden (hoffentlich ohne großen Knall). Da ich mein Kapital jedoch auf verschiedene Plattformen sowie dort auf verschiedene Projekte gestreut habe, bin ich zumindest etwas abgesichert. Vollkommen sicher sein kann man sich natürlich nie und im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, welchem Anbieter sowie Projekten man traut. Einige Hilfestellungen konnte ich hoffentlich geben. Eine grundsätzliche Empfehlung bis auf die Diversifikation kann und will ich nicht geben, da jeder Mensch ein eigenes Risikoempfinden besitzt.

Aufteilung nach Plattformen (in Klammern Veränderung zum Vormonat):

Anteil der Plattformen

Im nächsten Bild sieht man für jeden Monat die Wertentwicklung meiner Investments. Die Summe habe ich bewusst nicht in absoluten Zahlen, sondern in Prozentwerten angegeben, wobei der Richtwert immer der abgelaufene Monat ist. Bei Smava gab es wieder den üblichen Rückfluss und bei Robocash bin ich nun wieder voll investiert. Mein Ziel ist es, in der Summe meiner Investments zunächst wieder auf den Anfangsstand von April 2017 zu kommen, was jedoch ein paar Monate dauern dürfte, da ungeplante Ausgaben vor der Tür stehen. Erst im zweiten Quartal 2018 werden wohl wieder größere Investments aufgrund der dann anstehenden Immobilien-Rückflüsse möglich sein. Mit Stagnation ist in nächster Zeit also zu rechnen, was man abgesehen vom Oktober, als ich leicht aufstockte, in den letzten Monaten auch gut erkennen kann.

Investmententwicklung

Nachfolgend noch eine Auflistung der Rendite für die einzelnen Plattformen. Sofern keine Angabe auf der Plattform selbst erfolgt wurde der durchschnittliche Zinssatz zugrunde gelegt. Swaper ist wieder hinter Mintos zurückgefallen, womit sich der Zustand wieder normalisiert hat. Bei keinen Angaben zur Differenz blieb der Wert unverändert.

Platz Plattform Rendite Differenz
Vormonat
 1. (1) Robocash 14,00%**
 2. (3) Mintos 12,96% +0,03%
 3. (2) Swaper 12,74% -0,35%
 4. (4) Estateguru 11,50%** +0,50%
 5. (5) Twino  8,94% +0,12%
 6. (6) Seedmatch  8,00%**
 7. (7) Engel & Völkers  6,50%**
 8. (8) Rendity  6,00%**
 9. (9) Kapilendo  5,43%**
10. (1ß) Exporo  5,40%**
11. (11) Smava  3,60%
Durchschnitt  6,25% +0,04%
** durchschnittlicher Zinssatz

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